Das Wissensarchiv der Resilienz

Schlüsselbegriffe Schlüsselpersonen

Schlüsselbegriffe

A

ABC-MODELL

ABC meint im Kontext von Resilienz Adversity (Widrigkeiten, Konflikte, Herausforderungen), Beliefs (Gedanken, Überzeugungen, Bewertungen), Consequences (Gefühle, Verhalten als Konsequenzen).

siehe REIVICH, SATTÉ

AKZEPTANZ

Akzeptanz als resilienzfördernder Faktor bedeutet die mentale Bereitschaft, ein Vorhaben, ein Projekt oder eine Aktivität gutzuheißen, anzunehmen oder zu unterstützen.

AMBIGUITÄT

Soziale Kontexte / Situationen können mehrdeutig oder ambivalent sein. In solchen Kontexten/Situationen ist es schwierig, Aktionen zu planen oder zu realisieren, da jede/r Beteiligte die Situation anders deuten kann. Ambiguität ist das A (ambiguity) im Acronym VUCA.

AUFRICHTIGKEIT

Aufrichtigkeit als resilienzfördernder Faktor bedeutet Ehrlichkeit und Loyalität im gesetzten Rahmen sowie Fairness als Grundhaltung.

B

BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement)

BEM ist im § 84 Absatz 2 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) verankert und dient dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit. Es ist ein Instrument, um den Folgen des demographischen Wandels wirksam zu begegnen. Gleichzeitig sichert das BEM durch frühzeitige Intervention die individuellen Chancen den Arbeitsplatz zu behalten.

BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement)

BGM ist im §20a des fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) verankert und beinhaltet das systematische und nachhaltige Bemühen um die gesundheitsförderliche Gestaltung von Strukturen und Prozessen und die gesundheitsförderliche Befähigung der Beschäftigten. Es geht darum, gesundheitsfördernde resp. -gerechte Rahmenbedingungen an den Arbeitsplätzen zu schaffen und die Mitarbeiter dazu zu animieren, sich gesundheitsgerecht zu verhalten.

BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung)

BGF ist im §20a des fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) verankert und ist eine Teildisziplin des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Sie konzentriert sich auf die aktive Förderung der psychischen und physischen Gesundheit aller Mitarbeiter eines Unternehmens im Rahmen der Primärprävention.

BEZIEHUNGSORIENTIERUNG

siehe NETZWERKORIENTIERUNG

BIG FIVE Model of Personality Traits

Ausgehend von dem sogenannten "Big Five Model of Personality Traits" können folgende Faktoren, die resiliente Menschen ausmachen, definiert werden: 1. emotionale Stabilität, 2. eine nach außen gewandte Haltung, 3. ein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein, 4. ein hohes Maß an Offenheit, 5. eine ausgeprägte Freundlichkeit, 6. Optimismus, 7. die Aktivierung von Sensitivität im Verhalten.

BINDUNGSTHEORIE

Theorie, die beschreibt, dass ein nicht sichtbares, enges, gefühlvolles Band zwischen einem Kind und einem ihm vertrauten Menschen besteht, welches eine grundlegende Bedeutung für dessen Entwicklung hat und über Raum und Zeit hinweg andauert.

siehe BOWLBY

BURN-OUT

Burn-out bezeichnet den Zustand körperlicher und emotionaler Erschöpfung in Folge von arbeits-/ tätigkeitsbezogener Dauerbelastung.

C

CLARITY

siehe KLARHEIT

D

DIVERSITÄT

Diversität als resilienzfördernder Faktor umfasst sozialisationsbedingte und kulturelle Unterschiede wie Arbeitsstil, Wahrnehmungsmuster, Dialekt usw., die die Vielfalt einer Gruppe weiter erhöhen. Diversität braucht kontextabhängig Aufmerksamkeit wie auch soziale Anerkennung.

DYSSTRESS

Dysstress (= negative Stressoren) sind diejenigen Reize, die als unangenehm, bedrohlich oder überfordernd empfunden werden. Stress wird erst dann negativ interpretiert, wenn er häufig auftritt und kein körperlicher Ausgleich erfolgt. Ebenso können negative Auswirkungen auftreten, wenn die unter Stress leidende Person durch ihre Interpretation der Reize keine Möglichkeit zur Bewältigung der Situation sieht.

E

ECHO Modell

ECHO© ist ein Akronym aus den englischen Worten „Empathy“ (= Empathie), „Clarity“ (=Klarheit), „Honesty“ (= Aufrichtigkeit) und „Orientation“ (= Orientierung) und beschreibt die Fähigkeiten, die Menschen, Teams und Organisationen in Veränderungen etc. agil und elastisch halten.

siehe UNKRIG

EIGENSTEUERUNG

siehe SELBSTKONTROLLE

EIGENWAHRNEHMUNG

siehe SELBSTWAHRNEHMUNG

EMOTION

Emotion ist eine innere Empfindung und als solche ein komplexes Muster aus physiologischen Reaktionen (bspw. Erhöhung des Blutdrucks), Gefühlen (bspw. Liebe, Wut, Hass), kognitiven Prozessen (bspw. Interpretation, Erinnerung) sowie Verhaltensreaktionen (bspw. lachen, weinen).

EMPATHIE

Empathie als resilienzfördernder Faktor ist das Verstehen von Gefühlen in der konkreten Situation sowie eine auf den Menschen als Individuum bezogene Akzeptanz.

EMPATHY

siehe EMPATHIE

EINSTELLUNG

Einstellung bezeichnet die aus der Erfahrung kommende Bereitschaft eines Menschen, in bestimmter Weise auf eine Person, ein Team, ein Objekt, eine Situation oder eine Vorstellung wertend zu reagieren.

EUSTRESS

Als Eustress (= positive Stressoren) werden diejenigen Stressoren bezeichnet, die den Organismus positiv beeinflussen. Positiver Stress erhöht die Aufmerksamkeit und fördert die maximale Leistungsfähigkeit des Körpers, ohne ihm zu schaden.

F

FUTABILITY

Futability® ist ein Kunstwort aus den englischen Worten „Future“ (=Zukunft) und „Ability“ (= Fähigkeit, Befähigung) und meint die Fähigkeit, den Veränderungen und Herausforderungen der Zukunft flexibel, reflektiert und proaktiv begegnen zu können.

siehe VOGEL

G

GLAUBENSSATZ

Ein Glaubenssatz ist der sprachliche Ausdruck von etwas, an das jemand glaubt bzw. was jemand für wahr hält. Der Begriff wird überwiegend im NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) verwendet und ist dort eine konstruktivistische Grundannahme.

H

HONESTY

siehe AUFRICHTIGKEIT

I

INKLUSION

Der Begriff beschreibt eine Erwartung und Forderung, welche durch die vollständige gesellschaftliche Teilhabe und Akzeptanz von Menschen und deren Individualität verwirklicht wird.

INTERORGANISATIONALE RESILIENZ

Interorganisationale Resilienz ist die Fähigkeit einer Gruppe von Organisationen / einer Branche / eines gesellschaftlichen oder politischen Systems, Störungen, Turbulenzen oder Krisen durch Rückgriff auf gemeinsame Überzeugungen und geteilte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Lernen und gemeinsame Entwicklungen zu nutzen.

INTERPERSONALE RESILIENZ

Interpersonale Resilienz ist die einem Team / einer Gruppe inne wohnende Fähigkeit, Störungen, Turbulenzen oder Krisen durch Rückgriff auf geteilte Überzeugungen und eigene Ressourcen zu meistern und als Anlass für Lernen und gemeinsames Wachstum zu nutzen.

INTRAORGANISATIONALE RESILIENZ

Intraorganisationale Resilienz ist die einer Organisation / einem System inne wohnende Fähigkeit, trotz Störungen oder Fehler seine Funktionsfähigkeit aufrecht zu erhalten oder wiederherzustellen.

siehe BENOIT, MC CANN, SELSKY

INTRAPERSONALE RESILIENZ

Intrapersonale Resilienz wird die Fähigkeit einer Person, Krisen im Lebenszyklus unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklung zu nutzen.

INTERVENTION near-the-job

Near-the-job-Interventionen finden nicht am Arbeitsplatz, sondern in der (unmittelbaren) Nähe des Arbeitsplatzes statt und befassen sich mit aktuellen Themen und Herausforderungen.

INTERVENTION off-the-job

Off-the-job sind alle Interventionen, die außerhalb der Arbeitsumgebung und damit losgelöst von der eigentlichen Arbeitsaufgabe stattfinden.

INTERVENTION on-the-job

On-the-job bezeichnet alle Interventionen, die unmittelbar am Arbeitsplatz und im Kontext der Arbeit stattfinden

ISO 22316:2017 (Security and resilience - Organizational resilience - Principles and attributes)

Der international Standard ISO 22316:2017 bietet Unternehmen und Institutionen Leitlinien zur Verbesserung der organisationalen Resilienz an, die über den gesamten Lebenszyklus der Organisation hinweg angewendet werden können. Organisationale Resilienz als Begriff dieser ISO fokussiert auf die Stakeholder, das Management und die Managementprozesse, die Unternehmenskultur und -werte etc.

K

KLARHEIT

Klarheit bedeutet als resilienzfördernder Faktor eindeutige Aufträge für eine erreichbares Ziel sowie die Erklärung des damit verbundenen Sinn und Zwecks.

KOHÄRENZGEFÜHL

Das Kohärenzgefühl ist eine globale Orientierung, die ausdrückt, in welchem Ausmaß man ein durchdringendes, andauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens hat.

siehe ANTONOVSKY

KOMPETENZ

Kompetenz ist die auf Entscheidung und Handlung ausgerichtete psychische und physische Eigenschaft/Möglichkeit einer Person oder Organisation zur Lösung einer komplexen und/oder kreativen Aufgabenstellung im Jetzt und/oder für die Zukunft.

KRISE

Eine Krise ist Höhepunkt oder Wendepunkt einer gefährlichen Lage oder auch ein entscheidender Abschnitt in einer schwierigen Situation.

L

LEBENSKOMPETENZ

Die Weltgesundheitsorganisation WHO identifiziert 10 sogenannte "life skills" als wichtige Lebenskompetenzen. Diese Faktoren sind Selbstwahrnehmung, Empathie, kreatives Denken, kritisches Denken, die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, Problemlösefähigkeit, effektive Kommunikation, interpersonale Beziehungsfertigkeiten, Gefühlsbewältigung, Stressbewältigung.

LÖSUNGSORIENTIERUNG

Lösungsorientierung als resilienzfördernder Faktor bedeutet einen positiven, auf Fähigkeiten beruhender Zugang, um Probleme zu lösen. Der zentrale Aspekt dabei ist, sich von Anfang an auf die Lösung und nicht auf das Problem selbst zu konzentrieren.

N

NETZWERKORIENTIERUNG

Netzwerkorientierung als resilienzfördernder Faktor bezeichnet die Orientierung an bzw. die Fokussierung auf ein Beziehungsgeflecht, das Menschen mit anderen Menschen und Organisationen sowie Organisationen mit anderen Organisationen verbindet.

O

OPTIMISMUS

Optimismus als resilienzfördernder Faktor bedeutet eine Lebensauffassung, in der die Welt, ein Kontext oder eine Sache von der besten Seite betrachtet wird und bezeichnet allgemein eine heitere, zuversichtliche und lebensbejahende Grundhaltung sowie eine zuversichtliche, durch positive Erwartung bestimmte Haltung angesichts einer Situation/Sache in Bezug auf die Zukunft.

ORGANISATIONALE RESILIENZ

Organisationale Resilienz ist die einem System inne wohnende Fähigkeit, trotz Störungen oder Fehler seine Funktionsfähigkeit aufrecht zu erhalten oder wieder her zustellen.

siehe BENOIT

ORIENTIERUNG

Orientierung als resilienzfördernder Faktor bedeutet die Benennung von Verantwortung und ihren Grenzen sowie beispielgebend und ein Vorbild sein.

ORIENTATION

siehe ORIENTIERUNG

P

PERMA

PERMA ist ein Acronym aus dem Konzept der Positiven Psychologie und steht für Positive Emotions (positive Emotionen), Engagement, Relationships (positive Beziehungen), Meaning (Sinn, Sinnhaftigkeit) und Achievement/Accomplishment (Leistung, Zielerreichung).

PHYSISCHE FITNESS

Physische Fitness als resilienzfördernder Faktor bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, eine bestimmte Anforderung / Aufgabe auf dem höchst möglichen Belastungslevel zu erfüllen. Sie ist von dem Leistungsvermögen sowie der Leistungsbereitschaft abhängig und wird durch Lernen erworben und im Training verbessert.

POSITIVE PSYCHOLOGIE

Die Positive Psychologie fokussiert auf praktische und wissenschaftliche Weise die Symptome von (Charakter)Stärken, Strategien zu ihrer Kultivierung und ihrer Entwicklung und versucht so Antworten zu geben auf die Frage „Was ist das gute Leben?“

siehe SELIGMAN

PROTEKTIV

Der Begriff „protektiv“ oder „schützend“ beschreibt im Zusammenhang von Resilienz Faktoren oder Prozesse, die es dem Menschen ermöglichen, sich trotz hohen Risikos normal zu entwickeln. Resilienz ist insoweit das Produkt dieser schützenden Einflüsse.

R

REFLEKTIONSFÄHIGKEIT

Reflektionsfähigkeit als resilenzfördernder Faktor ist die Bereitschaft zum prüfenden und vergleichenden Nachdenken. (Selbst-)Reflektion ist das Nachdenken über sich selbst und das kritische Hinterfragen und Beurteilen des eigenen Denkens und Handelns sowie der eigenen Standpunkte.

RESILIENZ (Definition)

= Fähigkeit von Menschen, Teams und Organisationen, Störungen oder Krisen rechtzeitig durch Zugriff auf vorhandene und angebotene Ressourcen aktiv anzugehen, sie zu meistern und diese (Lern-) Prozesse als Anlass für Wachstum und Entwicklung zu nutzen.

RESILIENZ (Definition in den Sozialwissenschaften)

= die psychische Widerstandsfähigkeit einer Person oder eines sozialen Systems gegenüber Entwicklungsrisiken, belastenden Lebensumständen und negativen Folgen von Stress.

RESILIENZ (Definition in der Soziologie)

= die Fähigkeit von Gesellschaften, externe Störungen zu verkraften oder sich auf solche vorzubereiten.

RESILIENZ (Definition in der Psychologie)

= die Widerstandsfähigkeit von Menschen gegenüber Belastungen, andauerndem Stress und Veränderungen.

RISIKOBEWUSSTSEIN

Risikobewusstsein als resilienzfördernder Faktor bezeichnet das Ausmaß, in dem Menschen und Organisationen, die sich in einer Turbulenzen befinden, um das Gefahrenpotenzial wissen. Bei bewusst riskantem Handeln meint Risikobewusstsein den Umfang eben dieses Bewusstseins (sich des Risikos bewusst sein).

RIO

RIO© ist ein Akronym für „Resilienz in Organisationen“ (engl.: Resilience in Organizations) und bezeichnet einerseits ein haptisches Führungsplanspiel zum Training von resilienzförderndem Führungsverhalten sowie jeweils ein Fachforum auf XING und auf FACEBOOK.

S

SELBSTREGULATION

siehe SELBSTKONTROLLE

SELBSTWIRKSAMKEIT

Selbstwirksamkeit als resilenzfördernder Faktor bedeutet die Überzeugung, in einer bestimmten Situation selbst etwas erreichen oder bewirken zu können. Der Glaube an eigene Fähigkeiten hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Kontexten und Situationen, auf die Motivation, das Handeln sowie die jeweilige Leistung.

siehe BANDURA

SCHLÜSSELKONZEPTE organisationaler Resilienz

Schlüsselkonzepte organisationaler Resilienz sind die Betrachtung der Organisation aus systemischer Sicht, Fehlerfreundlichkeit, durch die die Störungen oder sogar die Fehler in der Organisation beschrieben und ein akzeptables Maß für beides gefunden wird sowie die Flexibilität in der Anwendung von Managementmethoden beim Auftreten von Störungen.

siehe BENOIT

SCHUTZFAKTOR

Schutzfaktoren werden als entwicklungsfördernde, protektive oder risikomildernde Faktoren bezeichnet. Es wird dann von Schutzfaktoren gesprochen, wenn eine erhöhte Risikoentwicklung abgepuffert werden kann.

SELBSTKONTROLLE

Selbstkontrolle (auch SELBSTREGULATION) als resilienzfördernder Faktor ist die Fähigkeit, das eigene Verhalten unter Kontrolle zu halten, (also die bewussten und unbewussten psychischen Vorgänge, mit denen Menschen ihre Emotionen, Aufmerksamkeit und ihr Handeln steuern).

SELBSTWAHRNEHMUNG

Selbstwahrnehmung (auch EIGENWAHRNEHMUNG) als resilienzfördernder Faktor bedeutet die Wahrnehmung des Selbst, der eigenen Person. Zusammen mit der Selbstbeobachtung ist sie für die eigene Bewusstseinsbildung und das Selbstbewusstsein unentbehrlich.

SELBSTWIRKSAMKEIT

Im Mittelpunkt des Konzepts der Selbstwirksamkeit steht die Einschätzung der eigenen Kompetenz(en) im Kontext der Herausforderungen des täglichen Lebens. Selbstwirksamkeitserwartung fragt nach der persönlichen Einschätzung der eigenen Kompetenz, grundsätzlich mit Schwierigkeiten im Alltag wie auch den Herausforderungen im Leben zurechtzukommen.

siehe BANDURA

SIEBEN SCHLÜSSEL der Resilienz

Das Fundament der sieben Schlüssel(-faktoren) basiert auf der Erkenntnis, dass Emotionen wie Verhalten nicht durch Ereignisse selbst, sondern durch die individuelle Interpretation derselben bestimmt sind. Entsprechend sind die sieben Schlüssel, die zu innerer Stärke führen und sehr stark vom eigenen Denken bedingt werden 1. Gedanken beobachten, 2. Denkfallen identifizieren, 3. Eisberg-Überzeugungen aufspüren, 4. Problemlösungskompetenz trainieren, 5. Katastrophendenken stoppen, 6. Beruhigen und fokussieren, 7. Resilienztechniken in Echtzeit praktizieren

siehe REIVICH, SATTÉ

SOZIALE KOMPETENZ

Soziale Kompetenz als resilienzfördernder Faktor ist die Gesamtheit individueller Einstellungen und Fähigkeiten, die förderlich sind, eigene Handlungsziele mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen sowie beim Verhalten und der Einstellungen dieser Gruppe mitzuwirken.

STRESS

Stress ist die unspezifische Reaktion des Organismus auf jegliche Anforderungen. Man unterscheidet zwei Arten von Stress: positiven Stress (= Eustress) und negativen Stress (= Dysstress)

siehe SELYE

STRESSOR

Ein Stressor ist eine innere und/oder äußere Anforderung, die zu Stress als Reaktion führt. Allen Stressoren ist gemeinsam, dass es sich aus der Perspektive des Individuums um Ereignisse von erheblicher Bedeutung handelt.

STRESSBEWÄLTIGUNG

Stressbewältigung (auch STRESSMANAGEMENT) als resilienzfördernder Faktor meint Methoden, um psychisch belastenden Stress zu verringern oder ganz abzubauen. Es ist der Versuch, die Interpretation von Stresssituationen und die Stressbewältigung zu verbessern oder die Vermeidung resp. Veränderung der Stressoren.

T

TRANSAKTIONALES STRESSMODELL

Das transaktionale Stressmodell definiert Stress als eine Transaktion zwischen einer Person und ihrer Umwelt.

siehe LAZARUS

U

UNSICHERHEIT

Hinsichtlich der Zukunftserwartungen wird zwischen Sicherheit und Unsicherheit unterschieden. Bei Unsicherheit ist der Entscheider mit mehreren möglichen Ergebnissen seines Handelns konfrontiert, bei Sicherheit kann er das Ergebnis eindeutig vorhersagen. Daneben gibt es Selbstunsicherheit als subjektiv-emotionalen Zustand eines Menschen infolge von fehlendem Vertrauen oder Ängstlichkeit. Dieser Zustand kann sich als Persönlichkeitseigenschaft in Vermeidungsverhalten zeigen.

V

VERÄNDERUNGSKOMPETENZ

Veränderungskompetenz als resilienzfördernder Faktor bedeutet die Fähigkeit, Veränderungsbedarf zu erkennen, Veränderungsziele zu erarbeiten, Veränderungsprozesse zu gestalten und bis zum erwünschten Veränderungsergebnis zu lenken. Diese Fähigkeit bedeutet praktisches Können und erfolgreiches Tun.

VERANTWORTUNG

Verantwortung als resilienzfördernder Faktor ist die Zuschreibung an eine Person, Position oder Rolle, deren Aufgabenspektrum durch einen signifikanten Handlungsspielraum und entsprechende Entscheidungsfreiräume sowie ein ggf. hohes Folgenrisiko gekennzeichnet ist. Verantwortung beinhaltet insoweit das Wissen um die eigene Verantwortung und deren Grenzen.

VULNERABILITÄT

Vulnerabilität wird in der Psychologie als das Gegenteil von Resilienz betrachtet. Vulnerable Personen werden besonders leicht emotional verwundet und entwickeln eher psychische Störungen. Hinweis: Jeder Mensch durchläuft in seinem Leben mehrere vulnerable Phasen, wie zum Beispiel die Pubertät.

W

WERTBEITRAG intraorganisationaler Resilienz

- Wachstum durch organisationales Lernen (inklusive des Lernens aus Fehlern),
- Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit und Agilität nach Veränderungen und Krisen, bspw. durch flexiblen Wissenstransfer oder Rekombination von Ressourcen für neue Herausforderungen,
- Förderung organisationaler Achtsamkeit und Erweiterung des Wahrnehmungsfelds,
- Erweiterung des Handlungsrepertoires sowie von Flexibilität und Improvisationsvermögen,
- Förderung von Querdenken, Kreativität und Perspektivenvielfalt bei Problemidentifikation und Problembewältigung,
- Flexible Problemintervention durch Aktivierung personaler und organisationaler Ressourcen.

WERTBEITRAG intrapersonaler Resilienz

- Wachstum und persönliche Reifung durch Handlungsspielraum und Entscheidungsfreiräume
- Lernen an und von Vorbildern, durch kreativen Freiraum wie auch durch die Toleranz, Fehler machen zu dürfen,
- Kompetenzerweiterung durch Qualifizierung und Erfahrungen,
- situative angemessene Handlungsfähigkeit, um sich veränderten Rahmenbedingungen anzupassen,
- Steigerung der Überzeugung von Selbstwirksamkeit in einem schwierigen Kontext.

WERTBEITRAG interpersonaler Resilienz

- Steigerung der Wirksamkeit im Team durch eine effektivere Nutzung von Ressourcen, durch flexiblere Arbeitsstrukturen sowie eine durch Wertschätzung und von Respekt bestimmte Kommunikation und Zusammenarbeit
- Steigerung von Wirkung und Wirksamkeit als Folge der Herausbildung von neuen (Team-) Eigenschaften infolge des Zusammenspiels der Teammitglieder
- Breitere Basis im Team durch Diversität in Kompetenz, Wissen und Erfahrung
- Wachstum des Teams durch ein ermutigend-unterstützendes Klima, das vor allem Lernen und die Wirksamkeit in schwierigen Situationen bzw. Kontexten fördert.

WIDERSTANDSKRAFT

Innere resp. mentale Widerstandskraft wird als Synonym für Resilienz verwendet.

WIEDERAUFSTEHFÄHIGKEIT

Wiederaufstehfähigkeit wird als Synonym für Resilienz verwendet.

Z

ZUKUNFTSPLANUNG

Persönliche Zukunftsplanung als resilienzfördernder Faktor ist ein Konzept der Inklusion, bei dem in Zusammenarbeit mit verschiedenen Personen die Zukunft eines Individuums geplant bzw. darüber nachgedacht wird.

ZUKUNFTSORIENTIERUNG

Zukunftsorientierung als resilienzfördernder Faktor bedeutet die Ausrichtung des eigenen Denkens und Handelns auf künftige Ereignisse mit dem Ziel, diese zu antizipieren und entsprechend vorbereitet zu sein. Mit Zukunftsorientierung geht Risikobewusstsein einher.